Fehmarnbeltquerung

Der verzwickte Tunnel unter dem Meer!

Text: Anna Glindemann & Emma Marx

Kommende Woche ist es soweit: Die Verhandlungen über den längsten Eisenbahn- und Straßentunnel der Welt beginnen. Ab Dienstag, dem 22. September geht es vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig um die geplante und immer wieder angefochtene feste Querung durch den Fehmarnbelt. An mehreren Verhandlungstagen innerhalb von zwei Wochen soll über die Klagen gegen das Infrastrukturgroßprojekt entschieden werden. In Leipzig erwartet man bis zu 160 Beteiligte: Das Gericht muss kurzzeitig sogar in die Kongresshalle der Stadt umziehen, damit alle Platz finden. 

Auch wenn das Bauprojekt einen starken Schleswig-Holstein-Bezug hat – immerhin sollen die deutsche Insel Fehmarn und die dänische Insel Lolland verbunden werden – haben wir von trotzdem bisher relativ wenig von den Klagen und Verwerfungen mitbekommen, die das Projekt begleiten. 

Zum Glück gibt es Menschen, die sich auskennen und ihre Nase tief in das Thema gesteckt haben. Unser Mitglied Anni hat in Weimar studiert und dort einige Freunde, die innerhalb eines Semesterprojekts die Fehmarnbeltquerung von diversen Seiten beleuchtet haben. Auf einer Exkursion von Lübeck über Fehmarn und Lolland bis nach Kopenhagen sammelten sie Eindrücke von der Grenzregionen und trafen Akteur*innen unterschiedlicher Ebenen vor Ort. Wir haben das Glück, dass sich einige der Gruppe anlässlich des Verhandlungsbeginns, dazu entschieden haben Fakten, Ergebnisse und ihre Meinung kundzutun. 

© Planungsprojekt Fehmarnbeltquerung (Bauhaus-Universität Weimar)

In den folgenden Tagen kredenzen wir euch ganze fünf Artikel, mit denen ihr nicht nur auf den neuesten Stand gebracht werdet, sondern darüber hinaus eine ganze Menge Hintergrundwissen serviert bekommt:

Anja gibt in ihrem Artikel, der heute schon erscheint, eine Einführung und erklärt, wie das Infrastrukturgroßprojekt bisher geplant ist und umgesetzt werden soll. Es wird deutlich, wie verzwickt und verstrickt das Projekt auf verschiedenen Maßstäben ist. 

Till betrachtet morgen eine höhere Ebene und beschreibt, wie genau eigentlich die EU mit in der ganzen Sache hängt. Schon mal vom T-ENT Netzwerk gehört? Emma vorher zumindest nicht. 

Jonas zoomt am Sonntag wieder rein und blickt auf Deutschland und Dänemark. Die beiden Länder sind Nachbarn und doch in vielem ganz anders. Das Resultat: Während in Deutschland noch über Klagen entschieden werden muss, wurde in Dänemark schon längst mit dem Bau begonnen. Verrückte Welt!

Im Artikel von Aaron wird es hypothetisch, aber nicht unrealistisch. Was passiert eigentlich, wenn das Bauprojekt abgeblasen wird und was wären Konsequenzen? Das könnt ihr am Montag lesen.

Und zum Schluss haben die vier gemeinsam diskutiert und auf der Grundlage aller Fakten ihre eigene Meinung gebildet. In ihrem Kommentar wägen sie den aktuellen Planungsstand mit Belangen des Umweltschutz ab und stellen die Notwendigkeit des Projektes infrage. Diesen Artikel gibts am Dienstag, an dem Tag des Verhandlungsbeginns. 

Wir haben unfassbar viel gelernt, weil die Artikel sehr faktenbasiert sind; aber auch über verschiedene Planungskulturen und europäische Politiklogiken. Letztendlich ist uns außerdem – mal wieder – bewusster geworden, mit welcher Absurdität Wachstumslogiken teilweise die Welt bewegen. Kurzum: Wenn du bis zum Start der Verhandlungen richtig gut informiert sein willst, dann ist diese Mini-Ausgabe auf trotzdem genau das richtige. 

Wir danken Anja, Till, Jonas und Aaron für ihre tollen Artikel und freuen uns natürlich, wie immer, über jeden einzelnen Kommentar. 

Die feste Fehmarnbeltquerung

Die Fehmarnbeltquerung ist ein Infrastrukturgroßprojekt mit dem Potenzial Menschen und Länder zu verbinden. Während die einen die (wirtschaftlichen) Vorteile betonen, kritisieren die anderen die für den Bau notwendigen, beträchtlichen Eingriffe in das Ökosystem.

Von redaktion

Die zwölfköpfige Redaktion ist soziokratisch organisiert und immer offen für neue Gesichter! Falls du also Lust hast, deinem Talent ein Medium zu geben: Schreib uns an moin@trotzdem-mag.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.